Von wandelnden Lexika im multikulturellen Umfeld

Gabriele Gendvilaite, Odeta Klimaityte und Paulius Barkauskas studieren in Litauen Medizin und haben vier Monate ihres Praktischen Jahres am Klinikum Lippe absolviert. Ein Erfahrungsbericht über ihre Einblicke in neun Stationen.

Eins.

Wir haben drei Wochen auf der Onkologie verbracht. Was bei uns einen sehr positiven Eindruck hinterlassen hat, war die Zusammenarbeit zwischen den Patienten, Ärzten und Krankenschwestern. Alles ist auf die Patienten ausgerichtet und die therapeutischen Maßnahmen sind individuell jedem angepasst. Jeden Tag haben wir Blut abgenommen und, mithilfe von Krankenschwestern, die ihre Erfahrung gern geteilt haben, haben wir diese Fähigkeit deutlich verbessert. Während der Visite haben wir unsere Kenntnisse in den Bereichen der Onkologie und Inneren Medizin vertieft.

Zwei.

Auf der Station der Thorax-Chirurgie gibt es immer etwas zu tun. Man kann sehr viel von Dr. Friedrich Schumm und Dr. Albert Schulmeister lernen. Für uns waren sie wie ein wandelndes Lexikon der Thorax-Chirurgie, und sie haben sich gerne Zeit für uns Studenten genommen. Unsere Belegung auf dieser Abteilung war ganz kurz, aber das war genug, um einen Einblick in die Welt der Thorax-Chirugie zu bekommen.

Drei.

Wir haben zwei Wochen in der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin verbracht. Am ersten Tag haben wir die ganze Vorbereitung der Patienten für die OP beobachtet und viele Fragen stellen dürfen. Als nächstes haben wir alles selbst ausprobiert. Erst haben wir die wichtigsten Informationen für die OP gesammelt und die Zugänge eingeführt. Danach haben wir die Medikamente nach der Einweisung von Anästesisten gegeben und mit künstlicher Atemwegeversicherung angefangen. Wir finden, es war gut, jeden Tag mit verschiedene Anästhesisten zu arbeiten, ihre unterschiedlichen Methoden zu lernen und zu vergleichen. Wir haben uns nicht wie Studenten, sondern wie Mitarbeiter gefühlt, denn alle Interventionen konnten wir selbst erfahren, natürlich unter der Aufsicht von kompetenten Fachärzten oder Oberärzten.

Vier.

Wir alle haben eine Woche auf der Station Plastische Chirurgie und Handchirurgie verbracht. Dort haben wir nicht nur mit Assistenzärzten, sondern auch mit Oberärztin Dr. Kreutzheide und Chefarzt Dr. Hankiss zusammengearbeitet. Es war sehr interessant, weil es viele Möglichkeiten für Studenten gibt. Man kann mit Ärzten auf der Station Visite machen, ambulante Patienten behandeln oder im Operationssaal verschiedene Operationen beobachten, manchmal auch mit operieren. Dr. Hankiss war verantwortungsvoll und hat jeden Tag unsere Beschäftigung koordiniert. Er und alle anderen Ärzte waren immer hilfsbereit und konnten alles erklären, was nicht leicht veständlich war.

Fünf.

Auf dieser Station haben wir drei Wochen verbracht und das war genug, um alle Eingriffe, die auf der Station gemacht werden, zu sehen. Am interessantesten war es, die Bronchoskopie zu beobachten. Diese Untersuchung der Atemwege wird von Oberarzt Kunst und Chefarzt Dr. Weber durchgeführt. Dr. Weber und Dr. Kunst haben viel Erfahrung und sie können alles deutlich erklären. Die Ärzte waren sehr freundlich und wir konnten zusammen Visite machen, alle Ergebnisse von den Untersuchungen beurteilen, selbst Anamnese erfassen und andere Aufgabe übernehmen.

Sechs.

Wir waren drei Wochen in der Pädiatrie. Oberarzt Weise hat immer Aufgaben direkt an die Studenten verteilt. Auf diese Weise kann man viel lernen und es ist sehr angenehm zu wissen, dass der Oberarzt einem vertraut.

Sieben.

Auf der Abteilung der Orthopädie und Unfallchirurgie haben wir zwei Wochen verbracht und jeden Tag etwas Neues gelernt. Alle Ärzte waren sehr freundlich und gut vorbereitet, um unsere Fragen zu beantworten. Wir durften mit den orthopädischen Chirurgen operieren, die Behandlung der Patienten auf der Station verfolgen oder in der Notaufnahme helfen. In der Notaufnahme kann man sehr viel lernen, wie Wunden zu nähen sind, Röntgenbilder von Patienten beurteilt werden, Zugänge eingeführt werden und auch erste diagnostische Behandlungsmaßnahmen durchführen.

Acht.

In der Abteilung Gefäßchirurgie waren wir nur eine Woche. Es gab wenige Patienten auf der Station, aber jeden Tag zumindest zwei oder drei Operationen. Im OP-Saal konnten wir die Behandlung, Röntgenbilder von Blutgefäßen und weitere therapeutische Maßnahmen absprechen und manchmal mit operieren. Leider war der Zeitraum zu kurz, um mehr Erfahrung zu sammeln.

Neun.

Der Deutschunterricht, der von Frau Wiebe geführt wird, ist einfach hervorragend – wir haben dort nicht nur viele medizinische Deutschkentnisse gekriegt, sondern auch viel über das Leben in Deutschland gelernt und viel Spaß gehabt. Wir können ehrlich sagen, dass jeder, der die Fachsprachprüfung gut und sicher bestehen will, diesen Unterricht besuchen sollte. Diese vier Monate sind wie im Flug vergangen und haben uns viele Freude, Erfahrungen und neue Bekannte aus der ganzen Welt gebracht. Das Klinikum Lippe bietet ein multikulturelles Umfeld, in dem Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger aus verschiedenen Ländern zusammen mit dem gleichen Ziel arbeiten: Menschen wieder gesund zu machen. Obwohl wir Ausländer sind, haben wir uns niemals fremd gefühlt.

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