Viszeralonokologisches Zentrum am Klinikum zertifiziert

Die Diagnose Krebs verändert das Leben. Umso wichtiger ist es, dass Krebspatienten in jeder Phase ihrer Erkrankung nach den neuesten Standards behandelt und betreut werden. Um gute Behandlungsqualität auf den ersten Blick erkennbar zu machen, zertifiziert die Deutsche Krebsgesellschaft sogenannte „Zentren“. Das Klinikum Lippe hat jüngst die Auszeichnung als „Viszeralonkologisches Zentrum“ erhalten. Unter diesem Oberbegriff sind nun das Darmzentrum, das Pankreaskarzinomzentrum und das neu geschaffene Magenzentrum zusammengefasst.
Das Klinikum Lippe hat damit in Westfalen ein Alleinstellungsmerkmal. Denn ein Darm-, Magen- und Pankreaszentrum hat in Nordrhein-Westfalen ansonsten nur Aachen. Ein Pankreaskarzinomzentrum gibt es in OWL außer am Klinikum Lippe auch in Minden.
Für Prof. Dr. Wolfgang Hiller, Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums und Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, ist die Zertifizierung ein großer Schritt: „Die Krebstherapie ist ein wesentlicher Schwerpunkt unseres Klinikums. Da wollen wir zu den Besten gehören.“ Am Klinikum Lippe ist bereits vor 17 Jahren die interdisziplinäre Tumorkonferenz eingeführt worden. Sie ist das Herzstück des Viszeralonkologischen Zentrums, denn darin besprechen Ärzte aller zugehörigen Fachbereiche die Situation jedes einzelnen Patienten. „Der Patient kann sicher sein, dass es nicht vom Zufall abhängt, was mit ihm passiert, sondern dass mit ihm die optimale Therapie erarbeitet und auf hohem Niveau durchgeführt wird“, erläutert Prof. Hiller.
Die Zertifizierung ist für Prof. Hiller deshalb mehr als eine Urkunde an der Wand: „Wichtiger als die Zertifizierung selbst ist, dass wir durch den Bewerbungsprozess immer besser werden, weil wir die Anforderungen und die neuen Impulse umgesetzt haben. Dazu gehört auch, dass wir mehr Personal eingestellt und die Behandlungen verbessert haben.“ So sind die zwei Tage, in denen Fachmediziner die Zentren genau unter die Lupe genommen haben, für das Klinikum Lippe Ansporn, im Sinne des Patienten Abläufe zu optimieren, um gute Therapieerfolge zu erzielen.
Die drei Tumorarten, die im Viszeralonkologischen Zentrum behandelt werden, haben jeweils ihre eigene Therapieform und Diagnostik. Am Klinikum Lippe werden jährlich etwa 150 Patienten mit Darmkrebs, 40 bis 50 mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und 80 mit Magenkrebs behandelt. Unabhängige Prüfer von der Deutschen Krebsgesellschaft überprüfen auch künftig jedes Jahr, ob die Kriterien für das Siegel „Viszeralonkologisches Zentrum“ erfüllt sind.