Schlaganfall-Lotsen im Kreis Lippe: Landrat Dr. Axel Lehmann übernimmt die Patenschaft

Detmold/Lemgo. Landrat Dr. Axel Lehmann übernimmt die Patenschaft für die drei Schlaganfall-Lotsen am Klinikum Lippe. Bei seinem Besuch in Lemgo informierte sich der Landrat im persönlichen Gespräch mit den Schlaganfall-Lotsen und weiteren Verantwortlichen über das Lotsen-Projekt STROKE OWL.

v. l. n. r: Dr. Michael Brinkmeier (Vorstand Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe), Prof. Dr. med. Christoph Redecker (Leitung Neurologie, Klinikum Lippe), Meike Finkler (Schlaganfall-Lotsinnen Kreis Lippe, Projekt STROKE OWL), Dr. Axel Lehmann (Landrat Kreis Lippe), Kathrin Engelage und Birgit Gilke (Schlaganfall-Lotsinnen Kreis Lippe, Projekt STROKE OWL). Foto: Anja Kottmann (Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe).

Die Lotsen Kathrin Engelage, Meike Finkler und Birgit Gilke berichteten aus ihrer täglichen Praxis mit den Betroffenen, über Erfolge und Herausforderungen. Alle drei Lotsen verfügen über langjährige Erfahrungen und fundierte Kenntnisse in der Pflege, der Neurologie und der Nachsorge. Im Rahmen des Schlaganfall-Lotsen-Projekts durchliefen sie zusätzlich eine Schulung im Case Management.

„Das Schlaganfall-Lotsenprojekt STROKE OWL ist ein ganz großes Plus für die Menschen im Kreis Lippe, denn die Lotsen helfen den Betroffenen, nach einem Schlaganfall ins Leben zurückzufinden und wieder aktiv am Alltag teilnehmen zu können,“ betont Landrat Axel Lehmann und fügt an: „Mit diesem Projekt ist unser Kreis und die gesamte Region Ostwestfalen-Lippe Vorreiter der für eine optimale Gesundheitsversorgung.“

Prof. Dr. med. Redecker, Chefarzt der Neurologie im Klinikum Lippe freut sich: „Die Schlaganfall-Akutversorgung im Klinikum Lippe befindet sich medizinisch und technisch auf sehr hohem Niveau. Durch die Umbaumaßnahmen werden wir in unserer Stroke Unit weiter expandieren, sodass wir in Kürze noch mehr Schlaganfall-Patienten akut versorgen können.“ Betroffene fühlen sich nach der Reha und Rückkehr ins heimische Umfeld mit ihren kognitiven, physischen und psychischen Defiziten oft alleingelassen. „Hier leisten die Lotsen wertvolle Unterstützung für eine professionell unterstützende Nachsorge,“ erläutert Redecker.

Bereits im Geriatrie-Projekt des Klinikums unter der Leitung von Anja Rethmeier-Hanke konnte bewiesen werden, wie sinnvoll und hilfreich die Unterstützung durch Case Management in der Nachsorge ist. „Insofern greifen wir auf unsere positiven Erfahrungen zurück und unterstützen nun tatkräftig das Schlaganfall-Lotsen-Projekt STROKE OWL,“ ergänzt Dr. Helmut Middeke, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Lippe.

Dr. Michael Brinkmeier fasste die Eckpunkte des Projekts STROKE OWL zusammen, das die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe leitet. Die Lotsen seien jeweils an den Stroke Units in OWL verortet und begleiten die am Projekt teilnehmenden Patienten von der neurologischen Akutstation in die Nachsorge. Durch einen Reha- und Hausbesuch und regelmäßige Telefonkontakte koordinieren sie in Absprache und Zusammenarbeit mit den jeweiligen Hausärzten nach dem Schlaganfall ein Jahr lang die individuelle Nachsorge. „Lotsen optimieren die Versorgungssituation durch individuelle, empathische und professionelle Begleitung von Betroffenen und Angehörigen,“ erklärt Dr. Georg Galle, Leiter des vom Innovationsfonds des Bundes geförderten Projekts.

Ziel des Projekts STROKE OWL ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und das Risiko eines weiteren Schlaganfalls zu senken. Im Rahmen der Studie werden unter Berücksichtigung festgelegter Aufnahmekriterien bis zu 2.000 Patienten in der Region OWL bis Herbst 2020 betreut. Zukünftig sollen alle Schlaganfall-Patienten davon profitieren können.