Landrat Dr. Axel Lehmann zu Besuch im Klinikum

OP-Management der Zukunft – Auf den Spuren des Zukunftskonzepts 2025 für Lippe
Leitziel 6 Gesundheit: Lippe erweitert und sichert seine Gesundheitsversorgung. Kreis Lippe und das Klinikum Lippe investieren viele Millionen Euro, um dieses Ziel zu erreichen. Landrat Dr. Axel Lehmann möchte sich selbst „ein Bild machen“ und besucht den OP im Klinikum.

Eines der ersten großen Vorhaben im Rahmen der Millioneninvestitionen am Standort Detmold ist der Um- und Erweiterungsbau des Operationsbereiches zu einem hochmodernen OP-Zentrum.

Landrat Dr. Axel Lehmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates des Klinikum Lippe tauscht für einen Vormittag den Anzug gegen sterile OP-Kleidung. Karl-Heinz Nimczewski, OP-Manager des Klinikums und federführend bei der Ausarbeitung des Konzeptes für das neue OP-Zentrum, begleitet den Besuch, zeigt und erklärt die Räumlichkeiten und Abläufe im OP, wie sie derzeit sind und wie sie sich verändern werden.

Der Landrat nutzt die Gelegenheit aber auch, um sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu unterhalten. Dabei wird deutlich: Die geplanten Veränderungen, die Clusterbauweise und die neuen Ablaufstrukturen  werden die Prozesse optimieren.

Kürzere Wege, effiziente und vereinfachte Arbeitsabläufe, ein effizientes Zeitmanagement sind das Ziel. Das Konzept für das neue OP-Zentrum ist das Ergebnis des Könnens und der Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn sie waren an dessen Erabreitung beteiligt. Und sie freuen sich auf die Umsetzung, denn modernste Behandlungsmöglichkeiten erhöhen nicht nur die Patientensicherheit. Innovative Lösungen und verbesserte Arbeitsbedingungen steigern die Attraktivität der Arbeitsplätze und tragen zum wirtschaftlichen Erfolg und damit zur Arbeitsplatzsicherung bei.

Die Perioperative Behandlungseinheit POBE – Was ist das?

Ein wesentliches Element des künftigen Operationszentrums wird die Perioperative Behandlungseinheit –  POBE– sein. Während seines Rundgangs durch den OP lässt sich Dr. Axel Lehmann diesen für Laien schwierigen Begriff erklären und erfährt, dass sich dahinter ein zukunftsweisendes OP-Management verbirgt. Es entsteht eine Holding Area für die OP-Vorbereitung der Patienten und für den Aufenthalt nach der Operation zur postoperativen Überwachung. Das ermöglicht parallellaufende Prozesse und damit ein verbessertes Zeitmanagement.  Intensivstation, Notfallversorgung, Funktionsdiagnostik und Materiallogistik werden ebenengleich angebunden sein. Kurze Wege, entfallende Wartezeiten, Dokumentenkontrolle und Prämedikation im OP entlasten zudem die Pflegekräfte auf den Stationen des Krankenhauses.

 

Der „intelligente“ Operationssaal – Von der Vision zur Realität

Module Steuerung, scene selection, Videomanagement – mit diesen Technologien beginnt eine neue Epoche der Chirurgie am Klinikum Lippe. Die intelligente Vernetzung der modernen Bildgebungsverfahren mit allen anderen Geräten im Operationssaal, herstellerübergreifend und interoperabel wird den Datenaustausch zwischen den Medizingeräten untereinander und den vielfältigen Krankhausinformationssystemen ermöglichen. Unterschiedliche Geräte werden simultan steuerbar sein. Eine Kamera über dem OP-Tisch erlaubt modernes Lernen, für die zukünftigen Medizinstudenten des Medizinischen Fakultät OWL, aber auch für die Fortbildung des Fachpersonals.

Glaswände und Touchscreens verbessern nicht nur die Arbeitsatmosphäre. Sie erhöhen die Patientensicherheit durch verbesserte Hygiene. Ein ansprechendes Saaldesign mit individuell steuerbarer Lichtgestaltung und ergonomischen Blickachsen sind weitere Aspekte der verbesserten Arbeitsbedingungen.

Ein besonders spannendes Thema ist die Reorganisation der Materiallogistik. Die zentrale Materialversorgung „just in time“ und „just in sequence“ ist das System der Zukunft. Was das konkret bedeutet, fasst OP-Manager Karl-Heinz Nimczewski zusammen: In der ZSVA, der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung werden eingriffsspezifische Fallwagen und OP-Tablets (custom procedure trays) zusammengestellt.

Der Landrat konnte sich von den Vorteilen der geplanten, neuen Abläufe überzeugen. Das ökonomische Bestandsmanagement wird dazu führen, dass der Materialverbrauch sinkt. Und wenn kein Material mehr vor Ort gelagert wird, besteht auch nicht die Gefahr der Überschreitung des Haltbarkeitsdatums. Die benötigten Materialien werden den Eingriffen zugeordnet für eine exakte Nachverfolgbarkeit und eine konkrete Zuordnung der Kosten. Letztendlich führt die zentrale Materialversorgung auch zu einer Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von berufsfremden Tätigkeiten.

Am Ende des Rundganges durch den Operationstrakt des Klinikums schauen der Landrat und der OP-Manger aus dem Fenster auf das Areal, auf dem in naher Zukunft die Baumaßnahmen für die OP-Erweiterung stattfinden werden. Der Besuch hat gezeigt: In den vorhandenen Räumlichkeiten aus den siebziger Jahren lassen sichdie geplanten Veränderungen nicht realisieren. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir gemeinsam so viel Geld in die Hand nehmen“, resümiert Dr. Axel Lehmann. „Aber diese Investitionen werden uns unserem Ziel, Lippe an die Spitze der medizinischen Versorgung in OWL und darüber hinaus zu bringen ein großes Stück
näher bringen.“

 

Die Zentrale Notaufnahme im Fokus  – Realität und Zukunftskonzept

Die Arbeit der Notaufnahmen der Krankenhäuser ist deutschlandweit ein Dauerbrenner: überfüllte Wartezimmer, lange Wartezeiten…. Bei seinem Vorortbesuch möchte sich Landrat Dr. Axel Lehmann selbst ein Bild machen und die hiesige Situation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besprechen.

Landrat Dr. Axel Lehmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates des Klinikum Lippe begrüßt ausdrücklich die Initiative der Geschäftsführung des Klinikums, die Zentrale Notaufnahme am Klinikum zu modernisieren. Es gibt bereits Ideen und Planungskonzepte, die zudem die Investition in den modernen Hubschrauberlandeplatz sinnvoll ergänzen würden. Denn, dass Veränderungen notwendig sind, versteht jeder, der schon einmal die Notaufnahme in Anspruch nehmen musste. Allein die Lage der Zufahrt zwischen Klinikgebäude und Medicum ist für die Patienten, aber insbesondere für die Besatzungen der Rettungsfahrzeuge eine Herausforderung. Aber auch Lage, Größe und baulicher Zustand der Räumlichkeiten bedürfen dringend einer Modernisierung, um den Anforderungen der modernen Medizin gerecht zu werden.

Neben der Besichtigung von UNA (Unfallnotaufnahme) und INA (Internistische Notaufnahme) nahm sich Landrat Dr. Axel Lehmann viel Zeit für persönliche Gespräche mit den Leitenden Ärzten aber auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Aufnahme und Pflege.

Es wurde klar, alle wünschen sich Veränderungen in den Arbeitsbedingungen – zum Wohle der Mitarbeiter, aber besonders im Interesse der Patienten, die in Notsituationen die bestmögliche Versorgung brauchen.