Kindern aus Kriegsgebieten geholfen – Klinikum Lippe erhält Auszeichnung für Kooperation mit „Friedensdorf International“

Detmold. Dr. Janos Hankiss, Chefarzt der Plastischen Chirurgie und Handchirurgie am Klinikum Lippe, ist ein „Alltagsheld“. So sieht das zumindest die Privatärztliche Verrechnungsstelle Westfalen-Nord, die vor kurzem sein Projekt „Plastische Chirurgie für Friedensdorfkinder“ ausgezeichnet und mit 10.000 Euro unterstützt hat. Seit zehn Jahren operieren Dr. Hankiss und sein Team vom Klinikum Lippe ehrenamtlich schwerverletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten.

Der Oberhausener Verein „Friedensdorf International“ hilft weltweit kranken Kindern aus Kriegs- und Katastrophenregionen, z.B. Angola, Syrien oder Afghanistan.  Das Klinikum Lippe hat in den vergangenen zwölf Jahren jedes Jahr zwei bis drei Kinder behandelt. Die Verletzungen der Kinder sind oft so schwer, dass sie viele Monate im Klinikum Lippe verbringen. So wie ein Junge, der an eine Miene geriet und durch die Explosion einen Unterarm verlor. „Die Hand hing nur noch an den Sehnen“, erinnert sich Dr. Janos Hankiss. Er und sein Team transplantierten ein Wadenbein mit Gefäßen zwischen Hand und Oberarm, sodass der Junge nun ein möglichst normales Leben in seinem Heimatland führen kann.

Denn eins ist beim Projekt Friedensdorf klar: Die Kinder sind nur zur Behandlung in Deutschland. Sie alle haben ein Zuhause in ihren Heimatländern und werden nach der Behandlung zurückgeflogen. Es soll keine langfristige emotionale Bindung in Deutschland geben.

Das Klinikum Lippe ist eines der wenigen Krankenhäuser, das überhaupt noch bereit ist, die Hilfe für die Kinder ehrenamtlich zu stemmen. Und das, obwohl die finanziellen Bedingungen zunehmend schwerer werden. Große Universitätskliniken und Verbrennungszentren weisen die Übernahme ohne finanzielle Gegenleistung auch dann ab, wenn der Zustand des Kindes eine Behandlung verlangt.

Der Scheck über 10.000 Euro, den Dr. Hankiss bei der Preisverleihung entgegengenommen hat, kommt also gelegen, denn die Behandlung der Kinder erzeugt oft Kosten im sechsstelligen Bereich. Trotzdem ist Dr. Hankiss davon überzeugt, genau das Richtige zu tun: „Es fasziniert mich immer wieder, den Kindern helfen zu können. Das ist unser Gegenhalten gegen Terror und Unvernunft. Ich sehe es als unsere Verpflichtung an zu helfen.“

Die Kinder seien während der Behandlung einfach nur dankbar. Da höre man nie ein böses Wort. Und Janos Hankiss meint: „Hilfe ist die Sprache, die alle verstehen, egal welcher Religion oder Herkunft.“

Dr. Janos Hankiss (mitte) vom Klinikum Lippe nahm den Scheck der Privatärztlichen Verrechnungsstelle dankend entgegen. Gemeinsam mit seinem Team operiert er schwerkranke Kinder aus Krisengebieten.