Interdisziplinäre Frühförderung in Lippe

Detmold. Das Interdisziplinäre Frühförderungszentrum Lippe gGmbH (IFF Lippe) bietet Hilfen für Kinder mit Entwicklungsrisiken von der Geburt bis zum Schuleintritt an. Die Rahmenempfehlung zur Umsetzung der Verordnung zur Früherkennung und Frühförderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder (Frühförderungsverordnung- FrühV) vom 24.6.2003 in Nordrhein-Westfalen vom 24.06.2003 bildet dabei die rechtliche Grundlage.

Ziel der Verordnung ist die flächendeckende Versorgung dieser Kinder durch eine interdisziplinäre Förderung. Da die vorhandenen Pädagogischen Frühförderstellen diesem Auftrag nicht allumfassend gerecht werden können, entstand Mitte 2015 im Klinikum Lippe die Idee der Gründung eines Interdisziplinären Frühförderungszentrums für Kinder bis zum Schuleintritt. Das Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin um Chefarzt Prof. Dr. Thomas Brune und Dr. Günther Golla, Leitender Arzt, Neuropädiater und Psychotherapeut entwickelten gemeinsam mit dem Medizinischen Geschäftsführer, Dr. Helmut Middeke ein entsprechendes Konzept.

Das Deutsche Rote Kreuz, als Träger einer Frühförderstelle konnte als Kooperationspartner gewonnen werden. Gemeinsam gründete man im Jahr 2017 das Interdisziplinäre Frühförderzentrum Lippe gGmbH. Regina Stipp vom DRK und Dr. Helmut Middeke arbeiten als gleichberechtigte Geschäftsführer.

Die Komplexleistung der interdisziplinären Frühförderung besteht grundsätzlich aus einer Kombination von pädagogisch-psychologischen und medizinisch-therapeutischen Maßnahmen, die in einem gemeinsam erstellten Konzept erbracht werden. Ziele sind die Früherkennung von Entwicklungsrisiken und Entwicklungsproblemen, die interdisziplinäre Entwicklungsdiagnostik und das Erstellen eines individuellen Förder- und Behandlungsplans für das Kind. Besonderes Augenmerk legt das Team aus Ärzten, Therapeuten und Pädagogen dabei auf die Stärkung der familienbezogenen Kompetenzen.

Ist ein Kind zu früh geboren oder sorgen sich die Eltern um die Entwicklung ihres Kindes kann der behandelnde Kinderarzt eine Verordnung für eine sogenannte Eingangsdiagnostik des Kindes durch das Team des IFF Lippe ausstellen. Deren Ergebnis ist die Feststellung, ob das Kind einer Komplexbehandlung bedarf und, welche Leistungen gegebenenfalls sinnvoll sind.

Dr. Günther Golla, Antonia Gerstenberg, Christiane Richter-Teles, Prof. Dr. Thomas Brune, Tabea Brakhage, Agnieszka Wieler, Sandra Krause, Anna Kunze-Janzen, Marie-Luise Dresing (v.l.n.r.)

Das multiprofessionelle Team bietet bedarfsgerechte Hilfen aus „einer Hand“ und erstellt umfeld- und netzwerkbezogene Angebote wie Beratung oder die Vermittlung von Kontakten zum Beispiel zu Elterngruppen. Die interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit im IFF bietet eine komplexe Behandlungsleistung „unter einem Dach“. Das verhindert „lange Wege“ und Doppeldiagnosen, sodass Eltern und Kinder entlastet werden.

Die Kosten für Beratung, Förderung und Therapie werden von den Krankenkassen und / oder den zuständigen Sozialhilfeträgern übernommen. Entsprechend ist die Leistung der IFF für die Familien kostenlos.

Weitere Informationen unter http://www.iff-zentrum-lippe.de