Intensivfachkräfte „made in Lippe“

Am Klinikum Lippe wird seit über 30 Jahren Intensivpflegepersonal für den Eigenbedarf, aber auch für Kliniken benachbarter Kreise ausgebildet.

Während bundesweit viel vom Fachkräftemangel in der Intensivpflege die Rede ist, Intensivbetten mangels qualifiziertem Personal nicht belegt werden können und deshalb teilweise große Operationen abgesagt werden müssen, werden in Lippe genau diese  begehrten Fachkräfte ausgebildet – und das mit langer Tradition.

Im Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen (BZG) sind in den vergangenen 30 Jahren ca. 500 Krankenschwestern und –pfleger  berufsbegleitend zu „Fachgesundheits- und Krankenpflegerinnnen/-pflegern für Intensivpflege und Anästhesie“ ausgebildet worden. Diese Zahlen gehen weit über den Bedarf des Klinikums Lippe hinaus.

Die Weiterbildung findet im Verbund statt; die Hälfte der Teilnehmenden kommt aus entsendenden Kliniken der Nachbarkreise Hameln-Pyrmont, Paderborn und Herford, sogar bis ins Sauerland reicht die Nachfrage. Alle künftigen Intensiv- und Anästhesiepflegefachkräfte absolvieren einen erheblichen theoretischen und praktischen Weiterbildungsteil nach den gesetzlichen Vorgaben des Landes NRW. In der zweijährigen Weiterbildung müssen insgesamt 14 umfangreiche praktische, mündliche und schriftliche Abschlüsse erworben werden.

20 Pflegefachkräfte der unterschiedlichen Kliniken erhielten im Oktober dieses Jahres ihre offizielle Anerkennung als Fachgesundheits- und Krankenpflegende für Anästhesie und Intensivpflege durch das BZG überreicht. Dass sich das hohe Engagement in diesem berufsbegleitenden Lehrgang gelohnt hat, zeigte sich an den ausgezeichneten Ergebnissen der Abschlussprüfung, was nicht zuletzt die Lehrgangsleitung Marie-Luise Prange besonders freute. Allein das Klinikum Lippe  kann nun auf zehn hochqualifizierte Fachkräfte zurückgreifen, die an den Klinikstandorten Lemgo und Detmold ihre erworbenen Kompetenzen einbringen werden.

Für Ulrich Herzog, Bereichsleiter Personal des Klinikums, stellt die hohe Expertise der quasi hauseigenen Fachweiterbildung einen wesentlichen Pfeiler der beruflichen Bildung dar: „Der Bedarf in diesem Segment wird in den nächsten Jahren weiter ansteigen, denn die ab dem 01.01.2019 geltenden Untergrenzen für die Intensivpflege werden 2021 noch einmal angehoben werden, was Personalmehrbedarf bedeutet“. Unabhängig davon sehen eigene Personal- und Strukturplanungen spätestens mit dem Bau der zweiten Intensivstation in Detmold eine weitreichende Erhöhung der Personalzahlen vor.

Kinderintensivpflege fachlich sehr gut aufgestellt

„Auch im Bereich der Kinderkrankenpflege ist es uns als einem der wenigen Neonatologie-Zentren Level 1 gelungen, durch die rechtzeitige Etablierung einer „Weiterbildung Kinderintensivpflege“ am BZG die strengen Vorgaben des gemeinsamen Bundesausschusses zu erfüllen“, so Herzog. Ein eigenes Bildungszentrum, das Entwicklungen und Anforderungen der Gesundheitsversorgung rechtzeitig erkennt und entsprechende Weiterbildungsangebote entwickelt, helfe deshalb auch dem Gesamtunternehmen, sich zu behaupten.