Gut gewappnet für den Ernstfall

Gemeinsame Übung zur stabmäßigen Zusammenarbeit von Feuerwehr Detmold, Einsatzleitung Kreis Lippe und Klinikum Lippe

Detmold. Die Verpflichtung des Klinikums zur Daseinsfürsorge umfasst auch die Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung in Unglücks- und Katastrophenfällen. Dazu gehört es, dass das Klinikum im Notfall-Patienten anderer Einrichtungen übernehmen muss. Durch den Krankenhaus-Alarmplan des Klinikums werden alle dafür notwendigen Maßnahmen, Verhaltensweisen und Zuständigkeiten geregelt.

Für die Krankenhauseinsatzleitung begann die Übung am Samstag, den 19.1.2019 bereits am frühen Morgen. Ab 7:55 Uhr sollte das Klinikum Lippe Detmold im 3-Minuten-Takt insgesamt 35 Patienten aus dem Kreis Paderborn, die liegend transportiert werden sollten als Notfall-Verlegung übernehmen. Die Patienten sollten mit Rettungswagen in Detmold eintreffen. Danach sollten sie nach einer Erstsichtung in der Zentralen Notaufnahme den medizinischen Fachabteilungen zugeordnet und anschließend versorgt werden.

Die Krankenhauseinsatzleitung koordiniert die Übernahme und die Verlegung der Patienten.

Gegen 8:09 Uhr bemerkt ein Fußgänger im Bereich der Robert-Koch-Straße schwarzen Rauch an dem Gebäude der Familienberatung und setzt einen Notruf über die 112 ab.

Damit wurde die Notfallübung um ein Gefahrenszenario erweitert:

Aufgrund des Meldebildes alarmiert die Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst das hauptamtliche Personal und den Löschzug Mitte der Feuerwehr Detmold. Die ersteintreffenden Kräfte finden dann im Bereich Robert-Koch-Straße/Hofstraße eine in Vollbrand stehende Zugmaschine eines Tanklastzuges vor. Der Tank ist mit ca. 30.000 Liter Sauerstoff gefüllt, die dort in einen Behälter des Klinikums umgefüllt werden sollen. Durch die Brandeinwirkung ist der Behälter beschädigt worden und es tritt Sauerstoff aus. Weiterhin haben die Flammen schon die Fassade und das Dach erreicht. Deshalb wird  die Alarmstufe für die Feuerwehr Detmold erhöht.

Wenige Augenblicke später werden zudem neun Personen im ersten Obergeschoss auf der Vorderseite des Gebäudes entdeckt. Daraufhin lässt Einsatzleiter Stadtbrandinspektor Mathias Sprenger Gesamtalarm für Detmold auslösen. Ein Teil der Einsatzkräfte wird für die Menschenrettung aus dem Gebäude und ein anderer Teil für die innere und äußere Brandbekämpfung eingesetzt. Dazu werden von Sprenger Abschnitte gebildet, Bereitschaftsräume für anrückende Kräfte eingerichtet und ein Führungsstab im Einsatzleitwagen aufgebaut.

Parallel zu diesen Maßnahmen alarmiert die Leitstelle die Einsatzleitung Kreis Lippe (EL) als Führungsunterstützung. Die Presseabteilung der Feuerwehr Detmold verbreitet über  Radio Lippe, KATWARN und NINA Warnmeldungen und Aufrufe an die Bevölkerung. Da das Klinikum nun für keinerlei Notfälle mehr zur Verfügung steht, wird auch dieses über die Medien, KATWARN und NINA verbreitet.

Die Zuspitzung der Ereignisse an der Hofstraße veranlasst die Einsatzleitung des Klinikum Lippe zu der Entscheidung, alle Patienten, die Sauerstoff benötigen, zu verlegen. Letztendlich werden ca. 120 Patienten auf umliegende Krankenhäuser verteilt. 60 Patienten werden innerhalb des Klinikum Lippe von dessen Standort Lemgo übernommen.

Gegen 13:00 wurde die Aktion nach vielen kleineren und größeren Ereignissen, die im Verlauf eingespielt wurden, durch die Übungsleitung beendet. Zum Abschluss wurde bei einem gemeinsamen Mittagessen im Feuerwehrausbildungszentrum in Lemgo  die Übung ausgewertet.

Die Übung  war eine sogenannte Stabsrahmenübung. Zu solchen Übungen treffen sich die Führungskräfte der beteiligten Einrichtungen, um die Organisation und die Abwicklung eines Not- oder Katastrophenfalles zu trainieren.

Die Einsatzstäbe von Feuerwehr, Einsatzleitung Kreis Lippe und Klinikum übten ein fiktives Szenario ähnlich einem Planspiel. Erste Überlegungen dazu erfolgten bereits im September 2018. Vorbereitet und ausgearbeitet wurde die Übung von Stadtbrandinspektor Heiko Sprenger, dem Team um Brandamtmann Uwe Lukas und Felix Köhring, Katastrophenschutzbeauftragter des Klinikum Lippe im Auftrage des Kreises Lippe. Geübt wurde die stabsmäßige Zusammenarbeit.

Trotz des großen Aufwandes, der mit einer solchen Übung verbunden ist, waren sich alle Beteiligten einig: Solche gemeinsamen Übungen sind wichtig, um im Ernstfall schnell, koordiniert und damit erfolgreich handeln zu können.