Endlich erholsam schlafen – Neues Schlaflabor in Lemgo

Seit August gibt es am Klinikum Lippe ein Schlaflabor für Patienten mit schlafbezogenen Atemstörungen

Tief und erholsam schlafen – das wünschen sich Patienten mit einer Schlafapnoe. Denn bei diesem Krankheitsbild setzt der Atem während des Schlafs immer wieder aus. Das führt dazu, dass der Patient ständig aufwacht. Er selbst merkt das nicht immer, aber spätestens am Tag zeigen sich die Folgen wie Müdigkeit und Sekundenschlaf. Im neu eröffneten Schlaflabor am Klinikum Lippe wird die Schlafapnoe diagnostiziert und therapiert.
Die sechs Betten des Schlaflabors sind seit der Eröffnung im August gut belegt. Im Erdgeschoss des neu gebauten Kreisseniorenheims finden die Patienten geräumige Einzelzimmer vor, die mit allem ausgestattet sind, was Dr. Michael Weber, Chefarzt an der Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, und sein Team benötigen, um den Schlaf der Patienten zu überwachen und auszuwerten. Bevor ein Patient hier aufgenommen wird, hat er bereits bei einem niedergelassenen Lungenfacharzt eine ambulante Untersuchung des Schlafes vornehmen lassen, eine sogenannte Polygrafie. Sind die Befunde auffällig, werden die Patienten ins Schlaflabor geschickt und am Klinikum Lippe stationär aufgenommen.
Hier ist die Untersuchung mit der „Polysomnografie“ noch detaillierter und genauer. Die erste Nacht im Schlaflabor dient der Diagnostik: Der Patient schläft verkabelt mit zahlreichen am Körper angebrachten Sensoren, die u.a. Hirnströme, den Atemfluss und andere Biosignale ableiten. Die Ärzte und Atmungstherapeuten können aufgrund der Daten eine Therapie erstellen. „In den meisten Fällen benötigen die Patienten ein Beatmungsgerät, das individuell auf sie eingestellt werden muss“, erläutert Dr. Michael Weber. Er sieht den großen Vorteil, dass das Schlaflabor des Klinikums Lippe stationär arbeitet, denn so haben er und sein Team wesentlich mehr Zeit für die Details. „Wir können gerade die zweite Nacht besser vorbereiten, uns die Zeit nehmen, Geräte und Maske individuell anzupassen und die Patienten intensiver betreuen, als wenn sie morgens gleich wieder zur Arbeit hetzen müssen.“
Das Feedback der Patienten ist durchweg positiv. „Gerade die Patienten mit sehr schwerer Schlafapnoe haben häufig jahrelang nicht in den Tiefschlaf gefunden“, erklärt Dr. Weber. „Für die Erholung sind Tiefschlaf und REM-Phase aber besonders wichtig. Wenn die Patienten mit dem Beatmungsgerät eingestellt werden, hat man manchmal schon in der ersten Nacht tolle Erfolge – und sehr dankbare und begeisterte Patienten, die berichten, dass sie sich wie neugeboren fühlen.“ Das führt auch tagsüber zu mehr Lebensqualität: Denn die Patienten können wieder viel besser am Leben teilnehmen, sind leistungsfähiger und fühlen sich fitter.