Den Tücken des Alters aktiv begegnen

Vor rund drei Monaten hat die neue Geriatrische Tagesklinik im Medicum Lemgo eröffnet. Zahlreiche Patienten haben schon von dem teilstationären  Angebot profitiert.

Lemgo. Wenn der Alltag zu Hause alleine immer schwerer zu bewältigen ist und die Beschwerden des Alterns stärker werden, ist der Aufenthalt in einer Geriatrischen Tagesklinik ein gutes Mittel, um die Selbsthilfekompetenz zu stärken und einem stationären Krankenhausaufenthalt oder einer Pflegebedürftigkeit vorzubeugen. Funktionelle Verschlechterung sowie drohender Verlust der Selbstversorgungskompetenz bei chronischen Erkrankungen älterer Menschen, auch nach vorausgegangenen stationären Aufenthalten sind die Hauptzuweisungsgründe.

Für drei Wochen, werktäglich von 8 bis 15.30 Uhr, werden die Patienten in der Geriatrischen Tagesklinik individuell therapiert.

„Bei den meisten Patienten können wir durch die intensive Betreuung eine Menge bewegen“, erzählt Oberärztin Dr. Dorothea Niemeier-Hübner, die die neue Tagesklinik in Lemgo als Leitende Ärztin betreut. In den neuen, modernen Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Medicums gibt es zehn Behandlungsplätze. Nach der Einweisung durch den Hausarzt übernimmt die Krankenkasse die Kosten, Fahrdienst inklusive.

„Unser Ziel ist die bestmögliche Wiederherstellung der Selbständigkeit  der Patienten in den Alltagsaktivitäten und die Verhinderung von Pflegebedürftigkeit “, erklärt Dorothea Niemeier-Hübner. Um den Erfolg zu messen, werden die Patienten am ersten und letzten Tag mit Geriatrischen Assessments (Barthel- Index, Motilitätstest nach Tinetti und Timed up and go) getestet. Sie geben Aufschluss darüber, wie beweglich und selbständig ein Patient ist. Darüber hinaus werden die Patienten am Aufnahmetag eingehend ärztlich untersucht. Dabei geht es auch um die Frage: Was möchte der Patient oder die Patientin in der Tagesklinik erreichen? Mehr Beweglichkeit oder ein besseres Gleichgewicht  und Gangsicherheit sind häufig geäußerte Wünsche.

Der Tagesablauf ist in Therapie- und Ruhephasen gegliedert. Einzeln und in Gruppen werden die älteren Patienten von Ergo- und Physiotherapeuten behandelt. Massagen, Handbäder für Arthrosepatienten und Wärmetherapie runden den Therapieplan ab. Weitere interdisziplinäre Zusammenarbeit besteht mit Logopäden und Sozialarbeitern, wobei eine Verlaufsbeurteilung in wöchentlichen Teambesprechungen mit allen Berufsgruppen erfolgt.

Heike Tottewitz und Dorothea Niemeier-Hübner haben bislang nur positive Rückmeldung bekommen. „Als Krankenschwester kann ich mir hier wesentlich mehr Zeit nehmen als im normalen Krankenhausalltag“, sagt Heike Tottewitz zufrieden. „Ich kann den Patienten gezielter helfen und bekomme dafür auch mehr Dankbarkeit.“ Außerdem seien die Patienten sehr motiviert, wieder selbständiger zu werden. Sicher auch deshalb, weil sie sich freiwillig in die Tagesklinik einweisen lassen können.