64 Millionen fließen in den Gesundheitsstandort Lippe

Sparkassen geben Kredit für Investitionen in Kliniken

Lippe. 64,2 Millionen Euro nimmt die Klinikum Lippe GmbH in den kommenden Jahren in die Hand, um den Gesundheitsstandort Lippe weiter auszubauen. 41,3 Millionen Euro fließen bereits in diesen Tagen in acht Baumaßnahmen an den Standorten in Lemgo und Detmold. Wesentliche Kreditgeber sind zwei der hiesigen Sparkassen. „Mit den Instituten Paderborn-Detmold und Lemgo haben wir vertrauensvolle Finanzpartner an der Seite, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten“, betont Landrat Dr. Axel Lehmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Lippe GmbH. Die Sparkassen hatten im Vorfeld das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. „Ein Großteil der Investitionssumme kommt damit aus Lippe und bleibt in Lippe“, so Lehmann.

60 Prozent der 41,3 Millionen Euro laufen über die Kredite der lippischen Bankinstitute (40 Prozent Sparkasse Paderborn-Detmold, 20 Prozent Sparkasse Lemgo). Die übrigen 40 Prozent werden über einen Kredit der NRW-Bank finanziert. Der Kreis Lippe als Gesellschafter bürgt mit 33 Millionen Euro für die Erfüllung der Verbindlichkeiten. „Damit gehen wir als Kreis natürlich ein Risiko ein, stehen aber voll hinter unseren Kliniken und bekräftigen damit unser Ziel, Lippe an die Spitze der medizinischen Versorgung in OWL und darüber hinaus zu bringen“, unterstreicht der Landrat. „Großer Vorteil der Bürgschaft ist zudem, dass die Sparkassen uns bessere Konditionen einräumen konnten, die uns einen Zinsvorteil von rund 400.000 Euro im Jahr bringen“, erklärt Klinikumgeschäftsführer Dr. Johannes Hütte. „Diese Einsparungen können wir an anderer Stelle wieder investieren, daher gilt mein besonderer Dank auch dem Träger Kreis Lippe, der mit dieser Bürgschaft sein Klinikum stärkt.“

Dass das Geld gut angelegt ist, hat sich zuletzt in der vergangenen Woche gezeigt. Als eine der acht Baumaßnahmen wurde der neue Hubschrauberlandeplatz am Klinikum in Detmold offiziell in Dienst gestellt. Weiter geht es in den kommenden Monaten und Jahren mit Sanierung und Neubau von Funktionsbereichen und Bettenstationen in Detmold. Ab Juli entsteht für 3,2 Millionen Euro am Standort in Lemgo ein Intensiv-Kubus. In dem würfelförmigen Bau sollen alle Fachleute der Intensivmedizin auf einer Ebene und an einem Ort gebündelt werden. Hinzu kommt noch eine Erweiterung der Weaning-Station sowie eine neue Palliativstation. Weitere Projekte, auch zur Optimierung der Logistik und des Patientenkomforts werden folgen.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass wir so viel Geld in die Hand nehmen“, macht Hütte deutlich. Eigentlich sei das Land am Zug, eine gute Infrastruktur der Kliniken zu gewährleisten. Die bisherige Förderung sei aber viel zu gering, um eine patientengerechte Krankenhausversorgung mit zeitgemäßen Standards dauerhaft gewährleisten zu können. Der Investitionsstau sei daher sehr hoch.

In diesem Zusammenhang verweist Hütte auf eine große wissenschaftliche Studie der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2016, nach der den Krankenhäusern in NRW durch das Land seit Jahren nur rund 1/3 der dringend benötigten jährlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Das Klinikum Lippe erhält ca. 2 Mio. Euro Baupauschale pro Jahr für alle Standorte, Detmold, Lemgo und Bad Salzuflen zusammen. Jeder könne sich ausrechnen, dass das nicht ausreicht, um teilweise 50 Jahre alte Infrastruktur auf dem aktuellen Stand zu halten. Die Last tragen die Mitarbeiter, die die fehlenden Mittel durch zusätzlichen Produktivitätsgewinn erwirtschaften müssen.