Ein Meilenstein in der Versorgung von Schwerstverletzten

Helikopterlandeplatz am Klinikum Lippe eröffnet

Detmold. Der Landeplatz zwischen Klinikum und Finanzamt ist ab jetzt Geschichte. Rettungshelikopter landen in Zukunft auf dem neu gebauten Hubschrauberlandeplatz auf dem Nordflügel des Klinikum Lippe.

Nach zwölf Monaten Bauzeit haben Landrat Dr. Axel Lehmann, Geschäftsführer Dr. Johannes Hütte und Medizinischer Geschäftsführer Dr. Helmut Middeke nun einen der modernsten Hubschrauberlandeplätze Deutschlands eingeweiht.

Dr. Axel Lehmann, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des kommunalen Klinikums ist, sieht die Einweihung des 2,3-Millionen-Euro-Projekts als Auftakt einer ganzen Reihe von Bauvorhaben mit einer Gesamtsumme von 60 Millionen Euro, die am Klinikum Lippe in den kommenden Jahren anstehen. „Dieser Landeplatz ist ein Fortschritt für verunfallte Patienten, ein Fortschritt für das Klinikum und ein Fortschritt für Lippe.“

Geschäftsführer Dr. Johannes Hütte betonte, dass es in ganz Nordrhein-Westfalen nur 25 weitere Dachlandeplätze für Hubschrauber gibt. „Wir haben hier ein Referenzprojekt für andere Kliniken geschaffen“, ist er überzeugt. Tatsächlich hat es das neue Bauwerk technisch in sich: 160 Tonnen Stahl sind verbaut worden, um die Aluplattform mit 31 Metern Durchmesser zu montieren. Und die verfügt über alle modernen Sicherheitsstandards: Eine „Fußbodenheizung“ sorgt für eine eisfreie Landefläche. Löschkanonen an zwei Seiten sind vom Kontrollraum aus über einen Joystick steuerbar.

Sicherheit steht an oberster Stelle, genauso wie die Schnelligkeit: Aus den 21 Metern Höhe führt ein Fahrstuhl direkt in den Schockraum der Intensivstation. „Dieser kurze Weg – frei von Witterungseinflüssen – ist das Maß aller Dinge und aus medizinischer Sicht ein Goldstandard in der Region“, betont Dr. Patrick Dißmann, Chefarzt der Zentralen Notaufnahmen. „Das erleichtert auch die Sekundärverlegung von Patienten, die zu uns ins Haus kommen oder in andere Krankenhäuser verlegt werden müssen.“ Jede Verlegung – und sei es auch nur aus dem Hubschrauber ins Krankenhaus – sei für die Physiologie des Patienten eine Herausforderung. Die kürzeren Wege, auf Knopfdruck im Fahrstuhl direkt in das Herzstück der Notaufnahme und Intensivstation, seien daher aus medizinischer Sicht ein Segen.

Die Detmolder hatten Geduld während der Bauphase, denn natürlich wurde es auch mal lauter. „Vor Fluglärm müssen sich die Anwohner aber nicht fürchten“, beruhigt Architekt Christoph Potthast, der am Klinikum Lippe für die Bauplanung zuständig ist. Ein Schallgutachten belegt, dass die Belastung mit dem neuen Landeplatz geringer wird als mit dem alten. „Das liegt zum einen daran, dass die Häuser den Schall reflektieren“, erklärt Potthast, „zum anderen ist auf dem neuen Landeplatz das wesentlich leisere Rückwärtsstartverfahren möglich. Für die Bevölkerung wird es also insgesamt leiser.“ So dürfte es auch kein Problem sein, dass in Zukunft mehr Landungen erlaubt sind: Bis zu 100 im Jahr hat die zuständige Bezirksregierung Münster genehmigt. Auf dem alten Hubschrauberlandeplatz landeten etwa 30 Helikopter pro Jahr. Aber auch in Zukunft gilt die Genehmigung ausschließlich für medizinische Notfälle. Niemand muss also befürchten, dass in Zukunft private Hubschrauber auf dem Dach des Klinikums landen – so schön und modern der Landeplatz auch ist.

Dr. Helmut Middeke, Medizinischer Geschäftsführer, Dr. Axel Lehmann, Landrat des Kreises Lippe und Dr. Johannes Hütte, Geschäftsführer und Sprecher des Klinikum Lippe eröffneten einen der modernsten Hubschrauberlandeplätze Deutschlands.

Regionales Traumazentrum
Das Klinikum Lippe hat eine Zertifizierung als regionales Traumazentrum nach DGU im Traumanetzwerk OWL. Ziel ist die optimale Versorgung von Unfallopfern. Dem Klinikum Lippe ist damit bestätigt worden, dass es neben hohen fachlichen Kompetenzen über besondere strukturelle und apparative Ressourcen verfügt, um Schwerverletzte zu versorgen. Mit dem neu eröffneten Helikopterlandeplatz hat das Klinikum Lippe eine weitere Voraussetzung erfüllt, um auch als überregionales Traumazentrum zertifiziert zu werden.

Der Helikopterlandeplatz in Zahlen:
Investitionssumme: 2,3 Millionen Euro
Bauzeit: Zwölf Monate
Durchmesser: 31 Meter
Verbauter Stahl: 160 Tonnen
Höhe ü.n.N. 166 Meter